[Rezension] Heldentage - Sabine Raml

Samstag, 20. Juni 2015




HELDENTAGE
Deutsche Ausgabe
Seiten: 301
Erschienen: März 2015
Gebunden: 14,99€
Band: Einzelband




       KLAPPENTEXT

Lea ist fünfzehn und hat viele Träume: Sie will schreiben. Sie will rennen, ohne je außer Puste zu sein. Sie will so wunderschön sein wie ihre beste Freundin Pola. In ihren Träumen ist Lea eine Heldin. Im richtigen Leben klappt es manchmal nicht: Gerade hat sich Lenny, Leas erster Freund, von ihr getrennt. Sie vermisst ihn schrecklich. Leas Mutter versinkt in ihren eigenen Problemen und kann Lea nicht helfen. Aber es gibt ja noch Pola und die Clique – und einen tollen neuen Jungen an der Schule, der sich unbegreiflicherweise für Lea interessiert ... Im Laufe eines langen Sommers findet Lea heraus, dass sie eigentlich doch auch eine Heldin ist, jeden Tag ein bisschen.

COVER

Ich finde es richtig, richtig toll! 

MEINE MEINUNG

Zu Heldentage hatte ich bisher nur positive Rezensionen gelesen und auch der Klappentext hörte sich nicht schlecht an, also fing ich ohne allzu hohe Erwartungen an, das Buch zu lesen. Aber ich wurde schon auf den ersten zehn Seiten enttäuscht. 
Zuerst einmal kam ich mit dem Schreibstil überhaupt nicht zurecht. Er wirkt sehr abgehackt, unstrukturiert und sehr, sehr einfach. Da können teilweise 10-jährige angenehmer schreiben. Sehr erschwert hat mir dieses „Lenny, Lenny, Lenny“-Zeugs, was wirklich alle drei Seiten vorkam. Am Anfang wirkte es vielleicht noch wie ein Stilmittel, aber spätestens nach 5 Wiederholungen war es einfach nur noch nervig. Genauso wie die teils über eine Seite langen Aufzählungen, die immer den identischen Satzbau haben. Vermutlich auch als Stilmittel gedacht, dies leider meiner Meinung nach völlig verfehlt.

Ein Buch zu lesen, dessen Schreibstil man schon nicht mag kann ja aber dennoch recht unterhaltsam sein (z.B. Das Labyrinth erwacht). Dazu muss dann aber alles andere stimmen und alles andere bezieht sich auf die Story und die Charaktere. Tja und was soll ich sagen, die haben mir leider auch nicht so wirklich zugesagt. Dabei hatte die fast 16-jährige Protagonistin Lea, die ihre Geschichte erzählt, gar keine schlechten Voraussetzungen. Ganz im Gegenteil. Rein theoretisch hätte ich mich super mit ihr identifizieren können müssen. Denn ihre Ängste, das ständige Rotwerden und sich fürs Rotwerden schämen, ihre ganze Art, das habe ich auch alles (besonders das mit dem Rotwerden..). Allerdings ist Lea damit so umgegangen, dass ich mich überhaupt nicht mehr mit ihr identifizieren konnte. Sie war irgendwie wirklich sehr speziell in jeder Hinsicht. Ich meine, dass ihr Mutter ein Alkoholproblem hat und sie sich um sie kümmern muss, ist wirklich nicht schön, aber ich habe es einfach überhaupt nicht nachvollziehen können, warum sie mit niemandem darüber spricht. Es gibt doch Freunde, mit denen man darüber reden kann oder wenn man sich das vielleicht nicht traut, tausende Hilfestellen, die auch anonym helfen. Ich habe es wirklich nicht nachvollziehen können. Ebenso konnte ich nicht nachvollziehen, warum Lea und Lenny zusammen waren. Es wirkte eher so, als wenn sie sehr gut befreundet waren, aber halt kein Paar.

Generell fand ich irgendwie alle auftretenden Personen sehr merkwürdig. Leas Clique wirkte für mich eher wie ein zusammengewürfelter Haufen von Personen, die so tun als seien sie befreundet, denn außer der Freundschaft zwischen Pola und Lea hat man nicht so wirklich gesehen, dass es sich um ihre Freunde handelt. Bezüglich Pola fand ich es auch sehr nervig, dass Lea sie immer als Heldin bezeichnet. Denn ich finde, Pola ist keine Heldin. Also nicht so wirklich. Und dann meint Lea auch immer, sie würde ja nie auf die Idee kommen, sich mit Pola zu vergleichen und gleich im nächsten Satz vergleicht sie sich mit ihr und merkt dann natürlich, wie toll Pola ist und wie blöd ja sie selbst. Und obwohl sie eigentlich keinen wirklichen Grund zu Selbstzweifeln hat, zweifelt sie doch auf jeder Seite an sich. Dabei zieht sie immer sehr, sehr abwegige Vergleiche. Teilweise hat sie auch Fantasien, die mich eher zum Lachen gebracht haben, als zum tiefsinnigen Nachdenken oder was auch immer damit bezweckt werden sollte. Diese Fantasien (Stichworte: Freeman; Ufo, Superman, Sandwiches) hören sich an, als würden sie von einem 4-jährigen Kind kommen und nicht von einer 15-jährigen.

Auch eher zu einer 4-jährigen passt Leas Spitzname Spaghetti. Der Sinn eines Spitznamens ist es doch, den eigentlichen Namen abzukürzen oder zwei  Leute mit gleichem Namen auseinanderzuhalten. Spaghetti ist für mich einfach kein Spitzname und ich konnte mich nicht damit abfinden, dass Lea tatsächlich so von ihren Freunden genannt wird.

Was ich auch so gar nicht verstanden habe war, wann Lea sitzengeblieben ist, denn meiner Meinung nach spielt das Buch kurz vor den Sommerferien. Aber sie ist gerade erst sitzengeblieben. Das ergibt einfach sowas von überhaupt keinen Sinn. Man kann doch nur zum nächsten Schuljahr sitzenbleiben. Es hat mich einfach sehr, sehr doll verwirrt!

Zur Story: Laut Klappentext lautet die Handlung wie folgt: Lenny und Lea haben sich gerade getrnnt, es gibt einen Neuen auf der Schule und Lea entdeckt, dass in jedem ein Held steckt.
Im Buch taucht besagter Neuer auf Seite 170 oder so auf, was irgendwie sehr spät ist. Das mit dem in jedem steckt ein Held habe ich auch nicht so ganz mitbekommen. Das Einzige, was irgendwie da war, war die Trennung von Lenny und das halt auf jeder Seite!

Alles in allem hat mich dieses Buch leider gar nicht von sich überzeugen können. Weder von der Idee noch von der Ausführung, denn Lea war eine sehr komische Protagonistin und der Schreibstil war einfach überhaupt nicht meins. Das Ende war noch ganz okay, aber das war es dann leider auch schon.

   Vielen Dank an heyne fliegt für das Rezensionsexempar!

3/10

Kommentare:

  1. Ui, viele Kritikpunkte. einige kann ich verstehen, andere nicht.
    Zum Spitzname, dieser bedeutet nicht zum Abkürzen. Mein Sohn heißt Sam,spitzname Sammy. Also länger. Mein Spitzname war einfach nur mein nachname, so wurde ich von meinen Freunden gerufen. Mein Ex hatte den Spitznamen Möhrchen, weil er einmal eine neonorangene Jacke getragen hat (naja eigentlich fast ein ganzes Schuljahr über) Spitznamen passieren einfach, mal wird der name gekürzt, mal verniedlicht, mal isses der nachname oder eben irgendwas was die person ausmacht.

    Zum "warum redet sie nicht" es gibt nunmal menschen die lieber in sich kehren und keinen damit belasten wollen, egal wie gut die freundschaft ist.

    Und auch das Sitzenbleiben kann genau so passieren, meine beste freundin in der 6 klasse ist nach den 1 Halbjahr (also ins 5 schuljahr 2 halbjahr) versetzt wordenstatt ins 2 halbjahr. Und gerade von da an ist es nicht weit bis zum sommer.

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    1. Sorry, fürs lange nicht antworten.

      Zu den Spitzname: Ja, ich kenne auch viele, die einen längeren Spitznamen haben. Oder den Nachnamen oder so. Allerdings muss der Spitzname auch passen. Vermutlich habe ich mich nicht so gut ausgedrückt. Ich hatte weniger Probleme damit, dass der Spitzname so lang ist, sondern eher, dass der Spitzname einfach nicht zu ihr passt. er wirkte viel zu aufgesetzt irgendwie :/

      Es wirkte auf mich dennoch so, als wenn sie erst vor einem, maximal 2 Monaten versetzt wurde, also wirklich mitten im Halbjahr xD

      Wie dem auch sei. Ich hoffe dir gefälltdas Buch besser bzw hat es besser gefallen als mir. :)
      Ich kam einfach nicht klar, weder mit dem Schreibstil noch mit den Personen oder der Story. Es war einfach nicht meins ;-) Und demzufolge ist irgendwie auch immer alles ein Kritikpunkt :D

      Liebe Grüße
      Anna

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  2. Schade, dass dir das Buch nicht gefallen hat. Ich fand das Buch gut, aber kann mir gut vorstellen, warum es anderen nicht gefallen könnte. Leas Spitznamen fand ich auch gewöhnungsbedürftig.. :D

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    1. Ich könnte mir auch vorstellen, warum es anderen gefällt. ;-)
      Mir hat es nur einfach überhaupt nicht zugesagt. Aber das ist ja das Schöne an verschiedenen Geschmäckern :D

      Liebe Grüße
      Anna

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