[Rezension] Wintermädchen - Laurie Halse Anderson

Freitag, 23. Juni 2017






WINTERMÄDCHEN
Deutsche Ausgabe
Seiten: 352
Erschienen: Juli 2010
Taschenbuch: 8,99€
Band: Einzelband
Verlag: Ravensburger




   KLAPPENTEXT

Sie starb im Gateway Motel, und ich bin schuld. Nicht die Modezeitschriften oder das Internet oder die fiesen Lästermädchen im Umkleideraum oder die hormongeschädigten Jungs auf dem Pausenhof.
Nicht die Erfinder von Kleidergröße 0 und 00.
Nicht mal ihre Eltern.

Ich bin nicht ans Telefon gegangen.



COVER

♥ <- Das sollte ausreichen, oder?

MEINE MEINUNG

Lange Zeit wollte ich das Buch unbedingt lesen, dann gab es das Buch günstig bei rebuy, da musste ich natürlich zuschlagen. Nach mehr als einem halben Jahr auf dem SuB ist es nun auch endlich gelesen. Und ich muss sagen: Es ist gut, allerdings nicht so verdammt gut, wie ich es erwartet hatte.

Laurie Halse Anderson schafft es durch ihren besonderen Schreibstil erstaunlich gut, die Welt der Magersüchtigen Lia zu präsentieren. Wie beiläufig sie erwähnt, wer gerade etwas isst oder wie Lia eben die Kalorien zählt und darauf bedacht ist, ja nicht zu viel zu essen, ist faszinierend. Man merkt schnell, dass es für Lia nicht leicht ist: eine verkorkste Familie, Magersucht und jeder um sie herum scheint ständig zu essen und schließlich stirbt ihre beste Freundin Cassie und Lia macht sich Vorwürfe.

Ich konnte mich wahnsinnig gut in Lia hineinversetzen! Das hätte ich zu Beginn des Buches nicht für möglich gehalten, da sie einfach überhaupt keine Gemeinsamkeiten mit mir hat. Aber Lias Welt scheint sehr greifbar.

Wirklich Handlung gibt es in dem Buch nicht. Es gibt keine Abenteuer, Fantasywesen, Kriege, was auch immer. Das Buch besteht im Wesentlichen nur daraus, wie Lia immer mehr in ihrer Magersucht versinkt,versucht mit Cassies Tod feritg zu werden und sich mit ihrer Familie abzzufinden und dementsprechend viel aus inneren Monologen, wie ich finde. Darauf muss man sich einlassen können. Lias Familie als Nebenfiguren mochte ich. Gerade die Familie ihres Vaters. Den Konflikt zu Lias Mutter konnte ich ebenfalls nachvollziehen. Hier mochte ich es, dass Lia eine Person ist, die zwar ihre eigene Meinung hat und diese gerne auch durchsetzen möchte, dabei aber dennoch versucht sinnvoll zu handeln.
Kommen wir nun zu Elijah: Mit ihm wurde ich einfach nicht warm. Direkt unsympathisch war er mir nicht, aber suspekt. Keine Ahnung.

Das Ende des Buches hat mir inhaltlich wie auch stilistisch einfach wahnsinnig gut gefallen!

FAZIT

Eine magersüchtige Protagonistin aus merkwürdigen Familienverhältnissen, in die man sich aber dennoch erstaunlich gut hineinversetzen kann, macht das Buch zu etwas Anderem. Hinzu kommt der wirklich wundervolle Schreibstil. Ein paar Kleinigkeiten mochte ich nicht so gerne, dennoch ist es ein sehr schönes Buch, das ich wirklich weiter empfehlen kann!

8/10


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen